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José Mercé bei der Flamenco-Biennale 2026: Toquen a rebato

José Mercé kehrt mit einem Weckruf für den Cante zur Biennale zurück

Am 20. September 2026kehrt José Mercé im Rahmen der XXIV. Flamenco-Biennale von Sevilla mit Toquen a rebato, einer der Einzigartigen Nächte dieser Ausgabe, ins Teatro de la Maestranza zurück. Das Konzert ist weder als bloßer Rückblick auf seine Erfolge noch als konventionelle Präsentation eines Repertoires angelegt: Die Biennale selbst versteht es als Begegnung zwischen einer der unverwechselbarsten Stimmen des zeitgenössischen Flamenco und drei jungen Gitarristen, denen eine bedeutende Rolle im heutigen Gitarrenspiel zugetraut wird.

Die Idee hat eine Vorgeschichte. Zehn Jahre zuvor, 2016, beschloss Mercé jene Biennale im selben Theater, begleitet von Tomatito, Pepe Habichuela und Alfredo Lagos. Der Erfolg dieses Abends bildet den Ursprung des neuen Projekts. 2026 wird die Formel aus einer anderen Generationenperspektive aufgegriffen: David de Arahal, José del Tomate und Manuel Cerpa spielen Gitarre, während Mercé die Cantes, die ihm besonders liegen, aus dem Blickwinkel „derer, die nachkommen“ erkundet.

Die Idee bringt eine der Spannungen des heutigen Flamenco treffend auf den Punkt: Wie lässt sich künstlerische Erinnerung bewahren, ohne sie zum Museumsstück zu machen? Toquen a rebato scheint genau um diese Frage herum aufgebaut zu sein.

José Mercé bei der Biennale 2026: die wichtigsten Daten

  • Vorstellung: Toquen a rebato.
  • Künstler: José Mercé.
  • Datum: Sonntag, 20. September 2026.
  • Uhrzeit: 20:00 Uhr.
  • Spielstätte: Teatro de la Maestranza, Sevilla.
  • Format: Einzigartige Nacht der XXIV. Flamenco-Biennale.
  • Gitarren: David de Arahal, José del Tomate und Manuel Cerpa.
  • Perkussion: David del Gasolina.
  • Chor und Palmas: Víctor Carrasco, Chicharito de Jerez, Jorge Bautista und Merce García.

Was bedeutet „Toquen a rebato“?

Der Titel ist kein Zufall. Die Biennale erklärt, dass „Toquen a rebato“ einerseits auf eine Soleá von Juanito Mojama verweist, einem Cantaor, den José Mercé zutiefst bewundert. Zugleich ist „tocar a rebato“ eine traditionelle spanische Redewendung für ein dringendes Alarmsignal, das früher durch schnelles Glockenläuten oder Trommelschläge übermittelt wurde.

Die Vorstellung macht aus diesem Ausdruck eine künstlerische Aussage. Mercés Alarm lässt sich in einer Frage zusammenfassen: Was geschieht, wenn der Cante verloren geht? Angesichts dieser Möglichkeit besteht die Antwort nicht darin, ausschließlich zurückzublicken. Das Projekt stellt Mercé an die Seite einer neuen Gitarristengeneration, sodass die Weitergabe auf der Bühne und in Echtzeit stattfindet.

Der Titel wirkt deshalb in mehrere Richtungen. Er erinnert an einen historischen Cantaor, greift die Alltagssprache auf und ist zugleich ein zeitgenössischer Aufruf, den Cante als lebendiges Kulturerbe zu verteidigen. Mercés „Glockenschlag“ will den Flamenco nicht einfrieren, sondern Repertoire, Erfahrung und eine bestimmte Sicht auf die Kunst an jüngere Musiker weitergeben.

Eine Rückkehr mit direktem Blick auf die Biennale 2016

Der Vergleich mit 2016 ist entscheidend für das Verständnis der Vorstellung. Damals gestaltete José Mercé im Teatro de la Maestranza einen viel beachteten Abschlussabend, begleitet von Tomatito, Pepe Habichuela und Alfredo Lagos– drei Namen, die unterschiedliche Generationen und Schulen der Flamencogitarre verkörperten.

Ein Jahrzehnt später greift die Biennale die Idee wieder auf, verändert jedoch die Perspektive. Mercé bleibt im Zentrum des Cante, während die Gitarren in die Hände von drei zwischen 1998 und 2003 geborenen Interpreten übergehen. Der Kontrast ist beabsichtigt: Eine Stimme mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung und umfangreicher Diskografie tritt in den Dialog mit Gitarristen, die für die Zukunft des Genres stehen.

Es handelt sich daher nicht um eine nostalgische Wiederholung des Abends von 2016. Das Konzept wird neu aufgelegt, um zu ergründen, was sich in zehn Jahren verändert hat: wie eine junge Generation Mercés Cantes hört, wie sie ihn begleitet und was sie von einem Künstler übernehmen kann, der sowohl den traditionellen Flamenco als auch dessen Öffnung für ein großes Publikum erlebt hat.

Die drei Gitarristen von José Mercé bei der Biennale 2026

Die Gitarre ist eines der großen Argumente von Toquen a rebato. Jeder Begleiter bringt einen anderen Werdegang und eine besondere Beziehung zur Tradition mit.

David de Arahal, Jahrgang 2000, zählt zu den herausragenden jungen Stimmen der Sevillaner Gitarrenszene. Trotz seines Alters hat ihn sein Weg bereits an die Seite bedeutender Künstler geführt, und die Biennale selbst beschreibt ihn als Musiker, der sich einen Platz unter den Großen erarbeitet hat.

José del Tomate, 1998 in Almería geboren, gehört zu einer der großen Gitarrendynastien des Flamenco. Er ist der Sohn von Tomatito und sieht auch in seinem Onkel Niño Miguel ein Vorbild. Seine Teilnahme schlägt zudem eine besonders reizvolle Brücke zur Vorstellung von 2016, bei der Tomatito Mercé begleitete.

Manuel Cerpa, 2003 in Chipiona geboren, ist der Jüngste der drei. Seine Mitwirkung hat eine andere Nuance, weil er bereits regelmäßig mit José Mercé auf Tournee ist. Somit besteht eine gewachsene künstlerische Beziehung, die eine andere Vertrautheit ermöglichen kann als eine einmalige Begegnung.

Die Verbindung der drei verhindert, dass die „neue Generation“ ein abstrakter Begriff bleibt: Es sind drei Gitarristen mit unterschiedlichen Herkunftsorten, Schulen und Beziehungen zum Cante.

Was in „Toquen a rebato“ zu hören sein dürfte

Die Biennale veröffentlicht keine feste Titelliste – was bei einem Flamencokonzert dieser Art nachvollziehbar ist –, gibt aber klare Hinweise auf die musikalische Richtung. Das Programm kündigt eine Reise durch die Palos an, die José Mercé besonders überzeugend interpretiert, neu betrachtet aus der Perspektive der jungen Gitarristen.

Zwei Bezugspunkte scheinen unvermeidlich. Der erste sind die Bulerías aus Jerez, natürliches Terrain für einen im Viertel Santiago geborenen und tief mit der Tradition von Jerez verbundenen Cantaor. Der zweite sind die Alegrías. Die Veranstalter deuten außerdem an, dass es Raum für einige Anspielungen auf die großen Erfolge seiner Karriere geben wird.

Damit ist ein Konzert zu erwarten, das den eher orthodoxen Mercé nicht starr von jenem Künstler trennt, dem es gelang, den Flamenco einem Massenpublikum näherzubringen. Gerade die Fähigkeit, zwischen diesen Welten zu wechseln, ohne seine Identität als Cantaor aufzugeben, gehört zu den Besonderheiten seiner Laufbahn.

Der Reiz des Abends liegt daher weniger in einer noch nie gehörten Titelliste als in der Beobachtung, wie sich die Begleitung verändert, wenn drei junge Gitarristen in Repertoires eintreten, die Mercé seit Jahrzehnten singt.

Die vollständige Besetzung des Abends

Obwohl die drei Gitarren viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, tritt bei Toquen a rebato ein größeres Ensemble auf. In der offiziellen Besetzung steht José Mercé als Sänger, begleitet von David de Arahal, José del Tomate und Manuel Cerpa an der Gitarre.

Den rhythmischen Teil übernimmt außerdem David del Gasolina an Cajón und Perkussion. Für Chor und Palmas sind Víctor Carrasco, Chicharito de Jerez, Jorge Bautista und Merce Garcíavorgesehen.

Diese Besetzung deutet auf eine Vorstellung hin, die zwischen ganz reduzierten Momenten – Stimme und Gitarre – und Passagen mit größerem rhythmischem Schub wechseln kann. In einem Repertoire, in dem die Bulerías voraussichtlich eine wichtige Rolle spielen, sind Palmas und Chor keineswegs nebensächlich: Sie können zu einem wesentlichen Teil der musikalischen Architektur des Abends werden.

José Mercé und die Weitergabe des Cante

Die Idee der Weitergabe erhält besonderes Gewicht, wenn José Mercé im Mittelpunkt steht. Der 1955 in Jerez de la Frontera als José Soto Soto geborene Sänger entstammt einer langen Flamencofamilie: Er ist Urenkel von Paco de la Luz, Neffe von Manuel Soto „Sordera“ und Cousin von Vicente Soto „Sordera“.

Seine eigene Biografie beruht auf einer Kette von Lernorten und Bühnen. Als Kind sang er in der Singschule der Basílica de La Merced – daher sein Künstlername –, trat bei den Jueves Flamencos in Jerez auf und ging in sehr jungen Jahren nach Madrid, wo er im Torres Bermejas arbeitete. Im Laufe seiner Karriere wurde er von Gitarristen wie Manolo Sanlúcar und Paco de Lucía begleitet und entwickelte sich später zu einem der Cantaores, die den Flamenco einem sehr breiten Publikum erschlossen.

Dieser Weg macht es besonders stimmig, dass die Biennale ihn nun in den Mittelpunkt eines Generationenprojekts stellt. Mercé erscheint nicht nur als Interpret, sondern als Glied einer Kette: als jemand, der eine Tradition empfangen, sie im Laufe seiner Karriere verwandelt hat und sie nun mit Musikern konfrontiert, die gerade ihre eigene Laufbahn gestalten.

Eine Einzigartige Nacht im Teatro de la Maestranza

Die Biennale führt Toquen a rebato als Einzigartige Nacht. Der Begriff bezeichnet Vorstellungen, die eigens als einmalige Ereignisse dieser Ausgabe konzipiert wurden und nicht bloß Stationen einer gewöhnlichen Tournee in Sevilla sind.

Für 2026 hat die Biennale 26 Projekte unter dieser Bezeichnung versammelt. José Mercé wirkt außerdem bei einem weiteren mit: der Gala El mundo por montera, die am 10. September in der Plaza de Toros de la Real Maestranza stattfindet. Toquen a rebato ist jedoch sein eigener Termin als alleiniger Protagonist im Programm.

Als Spielstätte wurde das Teatro de la Maestranzagewählt, einer der großen Orte der Biennale 2026 und ein Haus mit besonderer Verbindung zur jüngeren Festivalgeschichte des Sängers. Die Rückkehr genau in jenes Theater, in dem der Abend von 2016 stattfand, verstärkt die Lesart dieser Vorstellung als Gespräch zwischen zwei Momenten, die ein Jahrzehnt trennt.

Wie José Mercé in das Programm am 20. September passt

Sonntag, der 20. September, wird ein besonders intensiver Tag der Biennale. Vor Mercés Konzert findet in San Luis de los Franceses eine Einzigartige Matinee mit Alejandro Hurtado und Enrique Solinís statt, während Manuel de la Luz und Manuel Imán um 19:00 Uhr Manos que hablan im Espacio Turina präsentieren. Später ist im Teatro Alameda die Gala del Circuito Andaluz de Jóvenes Flamencos zu erleben.

In diesem Umfeld besetzt Toquen a rebato um 20:00 Uhrden großen Abendtermin im Teatro de la Maestranza. Wer mehrere Biennaletage plant, sollte die Uhrzeiten genau prüfen, da sich einige Veranstaltungen teilweise oder vollständig überschneiden.

Lesen Sie auch unseren vollständigen Guide zu den Einzigartigen Nächten der Biennale 2026 und den allgemeinen Guide zur Flamenco-Biennale Sevilla 2026 , um dieses Konzert in den gesamten Kalender einzuordnen.

Für wen ist diese Vorstellung besonders interessant?

Toquen a rebato bietet mehrere Lesarten und kann unterschiedliche Publikumsgruppen ansprechen. Wer José Mercés Laufbahn kennt, wird darauf achten, wie er seine vertrauten musikalischen Gebiete mit drei Gitarren einer anderen Generation neu besucht. Liebhabern der Flamencogitarre bietet der Abend die seltene Gelegenheit, drei junge Gitarristen im Dialog mit demselben Cantaor und innerhalb eines gemeinsamen Konzepts zu hören.

Die Vorstellung kann auch eine gute Wahl für alle sein, die sich dem Cante über eine sehr bekannte Persönlichkeit nähern möchten. Mercé verbindet seit Jahrzehnten tief im Flamenco verwurzelte Repertoires mit einer Kommunikationskraft, dank der er auch Menschen außerhalb des traditionellen Kreises der Aficionados erreicht.

Und für diejenigen, die die Biennale 2016 verfolgt haben, kommt ein weiterer Reiz hinzu: zwei Abende mit derselben Grundidee zu vergleichen, zwischen denen zehn Jahre und zwei unterschiedliche Gitarristengenerationen liegen.

Praktische Tipps für den Besuch

Prüfen Sie die Verfügbarkeit frühzeitig. Die Biennale bezeichnet das Konzert als Einzigartige Nacht; im offiziellen Programm gibt es daher nur diesen einen Termin.

Beachten Sie die Überschneidungen am 20. September. Wenn Sie mehrere Vorstellungen kombinieren möchten, prüfen Sie besonders den um 19:00 Uhr beginnenden Termin im Espacio Turina und die übrigen Veranstaltungen des Tages.

Planen Sie genügend Zeit für die Ankunft am Teatro de la Maestranza ein. Es ist eine der größten und bedeutendsten Spielstätten des Festivals, und an Tagen mit dichtem Programm kann sich im Umfeld viel Publikum sammeln.

Erwarten Sie nicht unbedingt ein „Best-of“-Konzert. Die offiziellen Informationen stellen die Palos, die Mercé besonders überzeugend interpretiert, und den musikalischen Dialog mit den drei Gitarristen in den Mittelpunkt. Anspielungen auf populäre Titel seiner Laufbahn sind möglich, doch das Konzept der Vorstellung ist im Kern Flamenco.

Häufige Fragen zu José Mercé bei der Biennale 2026

José Mercé präsentiert Toquen a rebato am Sonntag, dem 20. September 2026, um 20:00 Uhr.

Das Konzert findet im Teatro de la Maestranza in Sevilla statt, einer der wichtigsten Spielstätten der XXIV. Flamenco-Biennale.

Begleitet wird er von David de Arahal, José del Tomate und Manuel Cerpa, drei jungen Gitarristen mit unterschiedlichen Herkunftsorten und Laufbahnen.

Der Titel verweist auf eine Soleá von Juanito Mojama und auf die traditionelle spanische Wendung „tocar a rebato“, einen dringenden Alarmruf. Die Vorstellung nutzt diese Idee als symbolische Warnung vor dem Verlust des Cante und als Geste der Weitergabe an eine neue Generation.

Die Biennale veröffentlicht kein festes Repertoire, kündigt aber eine Reise durch die Palos an, die Mercé besonders überzeugend interpretiert. Ausdrücklich genannt werden Bulerías aus Jerez, Alegrías und mögliche Anspielungen auf einige seiner Erfolge.

Die Biennale präsentiert sie als Einzigartige Nacht. Das Konzept greift die Form von Mercés Konzert 2016 im Maestranza mit drei großen Gitarristen auf, entwickelt sie nun jedoch gemeinsam mit einer neuen Generation von Flamencogitarristen weiter.

Ja. Er ist außerdem Teil von El mundo por montera, der Gala der XXIV. Biennale am 10. September in der Plaza de Toros de la Real Maestranza.

Ein Glockenschlag zwischen Erinnerung und Zukunft

Toquen a rebato hat eine einfache, für eine Biennale jedoch besonders ergiebige Prämisse: José Mercés Erfahrung trifft auf drei junge Arten, die Gitarre zu verstehen. Das Konzert blickt auf Juanito Mojama, auf Jerez, auf Mercés eigene Geschichte und auf jenen Abend von 2016 zurück, ohne dass die Hommage in Nostalgie erstarrt.

Der Schlüssel liegt in der Weitergabe. David de Arahal, José del Tomate und Manuel Cerpa sind nicht nur Begleiter, sondern Teil der künstlerischen Aussage. Sie sind „diejenigen, die nachkommen“, während Mercé eine Stimme einbringt, die bereits zum kollektiven Gedächtnis des Flamenco gehört.

Am 20. September wird das Teatro de la Maestranza zum Ort, an dem diese beiden Zeitebenen aufeinandertreffen. Wenn der Alarmruf davor warnt, dass der Cante verloren gehen könnte, liefert die Vorstellung selbst eine Antwort: Der Cante lebt weiter, wenn er gehört, geteilt und erneut von einem Paar Hände an das nächste weitergegeben wird.

Verwendete Quellen

Informationen geprüft am 2. September 2026. Uhrzeiten, Verfügbarkeit und Zugangsbedingungen können sich ändern; prüfen Sie vor dem Besuch die offiziellen Angaben.

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Tags: Bienal 2026, Bienal de Flamenco, José Mercé, sevilla, Toquen a rebato

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