Die etablierte Generation: Arcángel, Marina Heredia, Israel Fernández und Antonio Reyes
Zwischen den historischen Meistern und den jüngsten Stimmen steht eine Generation, die den zeitgenössischen Cante seit Jahren prägt. Die Biennale 2026 gibt ihr einen sehr sichtbaren Platz.
Arcángel präsentiert am 17. September im Teatro Lope de Vega La copla del cante, eine Einmalige Nacht, die die Beziehung zwischen Flamenco und Copla anhand der Erinnerung an Künstler wie Marchena, Caracol, Pepe Pinto, Canalejas oder La Paquera de Jerez neu betrachtet.
Am folgenden Tag Antonio Reyes präsentiert Seis cuerdas, seis, ebenfalls im Lope de Vega, als Dialog zwischen seinem Cante und sechs Gitarristen: Rafael Riqueni, Manolo Franco, Diego del Morao, Joni Jiménez, José del Tomate und Nono Reyes.
Unterdessen Israel Fernández bringt De oro y marfil am 14. September in den Patio de la Montería des Real Alcázar, begleitet von Diego del Morao und einem erweiterten musikalischen Ensemble. Die Produktion steht beispielhaft dafür, wie Flamenco-Wurzeln mit einer vollkommen zeitgenössischen Klangsprache verbunden werden können.
Marina Heredia: Cante im großen Format
Am 1. Oktober Marina Heredia tritt im Teatro de la Maestranza gemeinsam mit dem Königlichen Symphonieorchester von Sevilla in ¡En libertad! El camino de los gitanos auf. Die Produktion verbindet historische Erinnerung, Roma-Identität und großformatige musikalische Schöpfung.
Ihre Präsenz zeigt eine weitere Dimension des Cante: Die Flamenco-Stimme erscheint nicht nur im Format Sänger und Gitarre. Sie kann mit einem Orchester, einer umfangreichen Dramaturgie und historischer Forschung koexistieren und dennoch das expressive Zentrum der Produktion bleiben.