17. September: Mujeres gitanas
Am ersten Abend treten auf: Remedios Amaya, Montse Cortés und La Fabi, begleitet an der Gitarre von Josemi Carmona. Die Begegnung geht auf eine Idee im Zusammenhang mit dem Flamenco-Musical La verdad duele zurück und möchte eine direkte, organische Ausdrucksform ohne unnötige Elemente wiedergewinnen, mit der Gitano-Frau im Mittelpunkt der Erzählung.
Die drei Sängerinnen stehen für sehr unterschiedliche Erfahrungen. Remedios Amaya ist eng mit Triana verbunden und nimmt unter den großen Flamenco-Stimmen der vergangenen Jahrzehnte einen eigenen Platz ein. Ihr Cante kann von tiefer Ernsthaftigkeit zu einer rhythmischen Energie wechseln, die schon in den ersten Takten erkennbar ist.
Montse Cortés bringt eine interpretatorische Tiefe ein, die sie an der Seite von Persönlichkeiten wie Paco de Lucía, Sara Baras und Farruquito entwickelt hat. La Fabi verfügt über langjährige Erfahrung im Gesang für den Tanz und eine Beherrschung des Compás, die sie zu einer der gefragtesten Stimmen großer Tänzer und Ensembles gemacht hat.
Josemi Carmona schlägt die musikalische Brücke zwischen Tradition und Gegenwart. In der offiziellen Besetzung stehen außerdem José Serrano, Israel Gutiérrez „Piraña“, Álvaro Llanos und Los Cherokee. Der Abend ist mehr als eine Folge einzelner Recitals: Er ist als Begegnung zwischen Stimmen, Familienerinnerung und unterschiedlichen Auffassungen des Cante konzipiert.
Dieses Konzept passt besonders gut zum Hotel Triana. In einem ehemaligen gemeinschaftlichen Wohnhof erhält das Gespräch über mündliche Überlieferung und durch Zusammenleben erlernten Flamenco eine andere Bedeutung.
18. September: Uvitas negras und der Flamenco aus Los Palacios
Der zweite Abend feiert das 75-jährige Bestehen der Peña Flamenca El Pozo de las Penas, einer zentralen Institution im Kulturleben von Los Palacios y Villafranca. Zum ersten Mal wird der Ort als Gastgebiet Teil der Biennale sein.
Der Titel Uvitas negras verweist auf den bekannten Marktruf, den Manolo Caracol der Traube aus Los Palacios widmete. Davon ausgehend erinnert die Show an die Flamenco-Zusammenkünfte der Peña und vereint mehrere Generationen von Künstlern, die mit der Gemeinde verbunden sind.
Zur Besetzung gehören Itoly de Los Palacios, Juan „El Distinguido“, Nene Escalera, Manuel Orta, Miguel Ortega, José Ángel Carmona, Anabel de Vico und Juanelo. Einer der am meisten erwarteten Momente des Abends wird die Rückkehr von Juan Manuel „El Mistela“ als Tänzer auf die Bühnen Sevillas sein.
An den Gitarren spielen Niño Fraile sowie als Gäste Salvador Gutiérrez und Juan Requena. Die künstlerische Leitung übernimmt Manuel Curao. Ziel ist kein starres Bild der Vergangenheit, sondern die Kontinuität zwischen historischen Künstlern, Interpreten auf dem Höhepunkt ihrer Reife und Vertretern jüngerer Generationen zu zeigen.
Los Palacios besitzt eine eigene Flamenco-Identität und ein außerordentlich wichtiges Netz von Peñas. Uvitas negras macht hörbar, wie diese Identität über siebeneinhalb Jahrzehnte weitergegeben, verändert und lebendig gehalten wurde.
19. September: Andalucía en el tiempo
Am letzten Abend weitet sich der Blick von einer einzelnen Gemeinde auf ganz Andalusien. Andalucía en el tiempo bringt Sängerinnen und Sänger aus den verschiedenen Provinzen zusammen, von denen viele heute nicht mehr in den üblichen Veranstaltungsreihen auftreten oder sich von der Bühne zurückgezogen haben.
Angekündigt sind El Pecas, aus Huelva; Diego „El Boquerón“, aus Sevilla; Carmen de la Jara, aus Cádiz; Curro Lucena, aus Córdoba; Joselete de Linares, aus Jaén; Jaime „El Parrón“, aus Granada; Paqui Corpas, aus Málaga; und José Sorroche, aus Almería. Hinzu kommt Romerito de Jerez, dessen Mitwirkung aufgrund seines Alters, seines Erinnerungswissens und seiner Laufbahn besonders wertvoll ist.
Die Gitarren von Antonio Carrión und Eduardo Rebollar begleiten eine Reise durch Soleás, Siguiriyas, Tangos, Fandangos, Malagueñas, Abandolaos, Cantes Mineros, Cantiñas und Bulerías. Manuel Curao übernimmt erneut die künstlerische Leitung.
Es geht nicht darum, einen starren Katalog zu erstellen, in dem jede Provinz auf einen einzigen Palo reduziert wird. Gezeigt werden soll die Vielfalt der Akzente, Schulen, lokalen Varianten und Ausdrucksweisen, aus denen sich die andalusische Flamenco-Geografie zusammensetzt. Diese Künstler in einem Hof zu vereinen, macht den Abend zu einer seltenen Gelegenheit, Repertoires und Stimmen zu hören, die bei heutigen Festivals kaum gemeinsam auftreten.