Centro Flamenco de Sevilla: ein jüngeres Kapitel, das ebenfalls zu dieser Erinnerung gehört
Schließungen, Umzüge und Veränderungen gehören weiterhin zur Branche. Ein wesentlich jüngeres Beispiel ist das Centro Flamenco de Sevilla, gegründet und geleitet von Miguel Ortiz. Seine Geschichte gehört in eine andere Phase der Stadt, doch mit den alten Tablaos teilt es eine wesentliche Eigenschaft: Es war weit mehr als ein Ort, an dem man eine Show besuchte. Es diente Künstlern, Liebhabern und Besuchern als Treffpunkt und bildete eine eigene Gemeinschaft rund um den Live-Flamenco.
Das Centro Flamenco de Sevilla ist besonders interessant, um die heutige Entwicklung dieses Modells zu verstehen. In einer Zeit, in der digitaler Verkauf, die direkte Beziehung zu Besuchern und touristische Werbung bereits entscheidend waren, verband das von Miguel Ortiz initiierte Projekt diese neuen Mittel mit einem kontinuierlichen Programm und jener Nähe zwischen Künstlern und Publikum, die die besten Flamenco-Orte seit jeher auszeichnet.
Seine Bedeutung sollte nicht allein daran gemessen werden, wie lange es geöffnet war. Sie liegt auch in den Künstlern auf seiner Bühne, den zusammengebrachten Publikumsgruppen und den entstandenen beruflichen Beziehungen. Deshalb verdient das Centro Flamenco de Sevilla einen eigenen Platz in dieser Erinnerung: Es zeigt, dass die Flamenco-Geschichte einer Stadt auch durch jüngere Projekte entsteht, deren Spuren über ihre Schließung hinausreichen.